Porträts aus Palästina

Photoausstellung


Die Photos auf dieser Seite entstanden 2017 bei einer Reise durch Palästina und Ostjerusalem mit taz-Reisen in die Zivilgesellschaft, bei der zahlreiche Projekte von palästinensischen und westlichen NGO's besucht wurden. Das, was trotz der vielfältigen gesellschaftlichen und politischen Probleme von den NGO's geleistet wird, lässt einen kleinen Funken Hoffnung auf positive Veränderungen aufflammen, der im nächsten Moment von der Unlösbarkeit des bestehenden Konflikts zwischen Israel und Palästina von Depressionen erstickt wird.

Fragt sie, die Politiker der vielbeschworenen Weltgemeinschaft, was sie genau meinen, wenn sie von Zweistaatenlösung reden! Eine solche rückt mit jeder gebauten israelischen Siedlung in weitere Ferne und ist ohnehin ob der Zersiedlung Palästinas nicht mehr in Sicht. Was bleibt, sind Worthülsen, die sich in Form von nichts bewirkenden Protesten äußern, aber an der bestehenden Situation nichts ändern.

Probleme in Palästina sind u.a. die israelische Siedlungspolitik mit all ihren Folgen, wie illegale Landnahme, die Aufteilung des Landes in drei unterschiedliche Zonen, gemäß Oslo II (A: unter palästinensischer Selbstverwaltung, B: kommunale Verwaltung durch die Autonomiebehörde, Sicherheit durch die israelische militärische Zivilverwaltung, C: israelische militärische Zivilverwaltung), willkürliche Errichtung von Checkpoints, die ganze Gebiete abriegeln können, die 750 km lange Mauer, die in Verbindung mit Checkpoints die Palästinenser zu weiten Umwegen zwingt, Wasserproblematik (Trinkwasser wird kontingentiert), Insellage Palästinas, Missachtung der Menschenrechte (Israelis gegenüber Palästinensern, Palästinenser untereinander) Uneinigkeit der politischen Führung in Palästina (FATAH regiert in der Westbank, HAMAS im Gaza-Streifen), um nur einige der Probleme zu nennen. Schaut man sich das Gewaltpotential gegen Israel, das als Besatzungsmacht gesehen wird an, geht die Gewalt von den Flüchtlingslagern aus, was dort immer wieder zu Razzien durch das israelische Militär führt (Filmtipp: "DAS HERZ VON JENIN" sehr sehenswert!). Die Bevölkerung und die ganze Situation habe ich als sehr depressiv erlebt, wobei die Unlösbarkeit des Konfliktes auch bei mir nicht ohne Hilflosigkeit und Depressionen vorüberging.

Die Menschen auf den Photos leben in Nablus, Dschenin (Flüchtlingslager), Bil'in, Ramallah, Jericho, Bethlehem, Hebron, jüdische Siedlung Kafr Adumim und Jerusalem. Die Bilder sind Teil der Photoausstellung "im [focus] palästina - leben unter besatzung".



 
16/16
   
 
© Josef Scherer